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Die Zecken (Ixodida) sind eine Ăberfamilie innerhalb der Milben (Acari) mit lederartig dehnbarer Haut und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Sie werden hier den parasitischen Milben der Unterordnung Parasitiformes (Anactinotrichida) zugeordnet. Unter den Zecken finden sich die gröĂten Milbenarten. Die meisten Arten sind Ektoparasiten (sie dringen nicht in das Wirtsinnere ein) an Wirbeltieren. Als Wirte dienen Vögel, Reptilien und SĂ€ugetiere (Nager, FledermĂ€use, Hundeartige, Paarhufer). Anmerkung des Wikiblogwebmasters: Zum entfernen der Zecken eignen sich: Zeckenkarte und Zeckenzangen. Viele Zeckenarten gehören dadurch zu bedeutenden KrankheitsĂŒbertrĂ€gern. Weltweit gibt es etwa 900 Zeckenarten (Stand 2004). Hat eine Zecke zugestochen und sich festgesaugt, entfernt man sie am besten mit einer Zeckenzange. Verbreitung Der Gemeine Holzbock ist in Europa die hĂ€ufigste Zeckenart. Schildzecken kommen weltweit auch in den gemĂ€Ăigten Klimazonen vor. Lederzecken sind auf die Tropen und Subtropen beschrĂ€nkt â mit Ausnahme der Taubenzecke Argas reflexus, die auch in Mitteleuropa auf Dachböden und gelegentlich in StĂ€llen Ă€hnlich warme Lebensbedingungen vorfinden kann. Aufenthaltsorte GröĂenvergleich einer mĂ€nnlichen Zecke mit einem Streichholzkopf Schildzecken bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit und relative WĂ€rme. Deshalb halten sie sich vornehmlich im GestrĂŒpp, in hohen GrĂ€sern und Farnen oder im Unterholz auf (bis ca. 1,5 m Höhe). Sie halten sich meist in einer Höhe auf, die der GröĂe des potentiellen Wirtes entspricht. Dort werden sie abgestreift, wenn sich der potentielle Wirt durch das Gras bewegt. Die weit verbreitete Ansicht, dass sich Zecken von BĂ€umen herabfallen lassen, trifft dagegen in der Regel nicht zu. Daneben suchen Zecken sich natĂŒrlich auch die Aufenthaltsorte aus, an denen ihre natĂŒrlichen Wirte besonders hĂ€ufig vorkommen. Lederzecken hingegen leben oft in der NĂ€he ihrer Wirte und bevorzugen eher trockenere dunkle Unterschlupfe. Besonders gut geeignete Bedingungen bieten unter all diesen Gesichtspunkten WaldrĂ€nder und Waldlichtungen mit hochgewachsenen GrĂ€sern, Feuchtwiesen und BachrĂ€nder mit gleichartigem Bewuchs und weiterhin Laub- oder Mischwald mit grasigem oder krautigem Unterwuchs. Allerdings sind Zecken durchaus auch in GĂ€rten und Parks anzutreffen. Cheliceren des Gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus) Hirschzecke (Ixodes scapularis) mĂ€nnliche Zecke etwas vollgesogene Zecke Vollgesogene Zecke (von unten) Zecke von unten Saugende Hirschzecke an menschlichem Bein Wanderröte als SpĂ€tfolge eines Zeckenstichs mit Borrelioseinfektion Ihre AktivitĂ€ten entfalten sie normalerweise von MĂ€rz bis Oktober, doch können sich wetterabhĂ€ngig auch Abweichungen davon ergeben. Im Freien sind Zecken wĂ€hrend der Winterperiode nicht aktiv und sehr viele von ihnen ĂŒberleben diese Jahreszeit nicht. Ihre Lebensspanne betrĂ€gt zwischen zwei und fĂŒnf Jahren. Merkmale Adulte Zecken besitzen acht Beine, die Larven nur sechs. Sie sind die gröĂten Vertreter der Milben und können als adultes Tier bis zu 4 mm groĂ werden. Die Schildzecken haben einen verhĂ€rteten Chitinpanzer (Scutum) auf dem Hinterteil. Mundwerkzeuge Die Zecke ritzt mit ihren paarig angelegten sogenannten Cheliceren die Haut ein und schiebt das Hypostom (Stechapparat) in die Wunde. Dieser ist symmetrisch mit Widerhaken besetzt. Damit bohren sie sich jedoch nur oberflĂ€chlich in die Haut ein und âleckenâ dann das austretende Blut beziehungsweise die Lymphe. Zecken dringen also meist nicht bis zu den Kapillaren vor. Dieser Vorgang wird umgangssprachlich als âZeckenbissâ bezeichnet, korrekt ist jedoch âZeckenstichâ. Saugvorgang Ăhnlich wie blutsaugende Insekten geben auch Zecken beim Zeckenstich vor Beginn der Nahrungsaufnahme ein Sekret (Speichel) ab, das bei ihnen allerdings mehrere wichtige Komponenten enthĂ€lt. 1. Einen Gerinnungshemmer, der eine Verstopfung der Proboscis verhindert und den Blutfluss hin zur Einstichstelle steigert. 2. Eine Art Klebstoff, der die Mundwerkzeuge (Proboscis) fest in der Haut verankert. 3. Ein BetĂ€ubungsmittel, das die Einstichstelle unempfindlich macht. Diese Komponente ist sehr wichtig, da Zecken im Vergleich zu StechmĂŒcken einen wesentlich gröĂeren und gröberen StechrĂŒssel besitzen und auĂerdem sehr viel lĂ€nger, manchmal mehrere Tage, an ihrem Nahrungsopfer Blut saugen, das davon selbstverstĂ€ndlich nichts bemerken soll. 4. Einen entzĂŒndungshemmenden Wirkstoff. Dieser soll eine Stimulation der körpereigenen Immunabwehr an der Einstichstelle vermeiden. Nach einer ausgedehnten Blutmahlzeit erreichen vor allem weibliche Zecken eine GröĂe von bis zu 3 cm. Verhalten Sowohl die mĂ€nnlichen wie weiblichen Zecken sind Blutsauger. Bei den MĂ€nnchen dauert eine Blutmahlzeit in der Regel nur wenige Tage, da sie nur fĂŒr ihre eigene ErnĂ€hrung Blut benötigen. Die Weibchen sind nicht nur zur eigenen ErnĂ€hrung auf Blut angewiesen, sondern auch zur Eibildung und brauchen daher eine wesentlich gröĂere Blutmenge. Ihre Blutmahlzeit kann ungestört sogar bis zu zwei Wochen andauern. Zum Auffinden des Nahrungsopfers ist den Zecken ihr Haller-Organ behilflich. Dieser grubenförmige Chemorezeptor, der mit Sinnesborsten ausgestattet ist, befindet sich am letzten Beinelement (Tarse Nummer 23) des ersten Beinpaares und kann Stoffe wie Ammoniak, Kohlendioxid, MilchsĂ€ure und vor allem ButtersĂ€ure erkennen, die von den jeweiligen Wirtstieren durch Atem und SchweiĂ abgegeben werden. In der Lauerstellung (das vordere Beinpaar wird leicht schwenkend nach vorne gestreckt, mit den hinteren drei Beinpaaren umklammern sie ihren Ansitz) wird dieses Organ vorgestreckt, damit die Zecken die Sinnesreize besser empfangen können. Die wartenden Zecken wechseln sofort von der Wartestellung (die eingefalteten Vorderbeine liegen nahe am Körper) in die Lauerstellung, wenn sie durch Geruchsreize, LichtverĂ€nderung â besonders von hell zu dunkel â oder durch Vibrationen bemerken, dass sich möglicherweise ein Wirt nĂ€hert. Sie hĂ€ngen sich anschlieĂend an alles, was ihren jeweiligen Aufenthaltsort streift und krabbeln dann oft bei Tier und Menschen bis zu mehreren Stunden lang am Körper umher, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Zecken sind dabei sehr wĂ€hlerisch und bevorzugen etwas feuchte, warme und gut durchblutete, dĂŒnne Haut. Beim Menschen sind besonders die Kniekehlen, der Haaransatz, die Leistenbeuge und die feine Haut hinter den Ohren ein beliebtes Ziel. Nach Beendigung der Blutmahlzeit lassen sie sich von ihrem Wirt abfallen und die Weibchen suchen anschlieĂend eine geschĂŒtzte Stelle am Boden, um alsbald Eier abzulegen. Eine Eiablage kann mehrere Tage dauern, wobei etwa alle zehn Minuten ein Ei abgelegt wird. Nachdem ein solches aus der Bauchöffnung ausgetreten ist, wird es mit den Mundwerkzeugen an einer DrĂŒse vorbeigefĂŒhrt und dabei mit einer Schutzschicht versehen, die das frische Ei vor dem Vertrocknen schĂŒtzt. Bei einer Eiablage werden insgesamt etwa 2.000 Eier produziert, anschlieĂend verendet das Weibchen. Lebenszyklus Die Argasidae (Lederzecken) haben bis zu acht gleiche Nymphenstadien. Jede Nymphe ist auf Blut eines Wirtes angewiesen, jedoch wechseln sie hĂ€ufig zwischen verschieden groĂen Wirten (Maus, Katze, Mensch). Schildzecken durchlaufen nach dem SchlĂŒpfen stets drei Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe (beide geschlechtslos) und Adulte (die erwachsenen MĂ€nnchen und Weibchen). Lederzecken können mehrere Nymphenstadien durchlaufen, dabei kann jeweils ein Wirtswechsel stattfinden. Bei den Ixodidae (Schildzecken) kommt nur ein Nymphenstadium vor. Nachdem die Eier in Paketen zu je etwa 2.000 StĂŒck zumeist an verschiedenen geschĂŒtzten Stellen wie zum Beispiel den Unterseiten von Grashalmen abgelegt wurden, schlĂŒpft aus einem solchen Ei die sechsbeinige Larve. Diese sucht sich schon nach wenigen Tagen einen geeigneten Zwischenwirt (Nagetier), saugt sich dort fest und nimmt innerhalb von zwei bis drei Tagen Blut auf. Nach dem Saugen lĂ€sst sie sich abfallen und hĂ€utet sich nach einigen Monaten am Ende ihrer Entwicklung zur ersten achtbeinigen, rund 1,5 bis 2 mm groĂen Nymphe. Diese sucht sich nun abermals einen gröĂeren Wirt (zweiter Zwischenwirt â Katze) und saugt dort ebenfalls Blut. Die Mehrzahl der Nymphen, die sich im Sommer oder Herbst gehĂ€utet haben, suchen jedoch nicht sofort einen neuen Wirt fĂŒr eine Blutmahlzeit, sondern treten zunĂ€chst bis zum nĂ€chsten FrĂŒhjahr in ein Ruhestadium ein. Erst nach dieser Pause suchen sie sich einen Wirt zur SĂ€ttigung und anschlieĂend findet eine weitere HĂ€utung zur zweiten Nymphe (Lederzecken) oder zum adulten Tier (Schildzecken) statt. Das ausgewachsene Tier befĂ€llt danach den Endwirt (Mensch, Rind), lĂ€sst sich nach dieser letzten Blutmahlzeit fallen und sucht darauf einen Partner auf, um sich zu paaren. Das Weibchen legt kurz darauf bis zu 3.000 Eier auf Grashalmen ab. Die mĂ€nnlichen Zecken sterben nach der Begattung, die Weibchen erst nach der Eiablage. Zecken als KrankheitsĂŒbertrĂ€ger Zecken ĂŒbertragen aufgrund ihrer Lebensweise hĂ€ufig Krankheitserreger zwischen den Wirten, ohne jedoch selbst erkrankt zu sein. Es handelt sich dabei um mehr Arten von Krankheitserregern als bei jeder anderen parasitischen Tiergruppe. Da regelmĂ€Ăig auch Menschen durch Erkrankungen wie Borreliose, FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose oder Rickettsiosen betroffen sind, ist ein Zeckenstich eine Verletzung, mit der keineswegs leichtfertig umgegangen werden sollte. Wichtigste ĂbertrĂ€ger in Mitteleuropa sind die Arten der Gattung Ixodes mit der hĂ€ufigsten einheimischen Art, dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), daneben auch die Gattungen Rhipicephalus, Dermacentor, Haemaphysalis, Amblyomma und aus der Familie der Lederzecken die Gattungen Argas und Ornithodorus. FĂŒr weitere ausfĂŒhrliche Informationen diesbezĂŒglich siehe Zeckenstich. NatĂŒrliche Feinde Als natĂŒrliche Feinde der Zecken sind bisher festgestellt worden: * extrem kalte Winter (< â20 °C) * einige Pilzarten (zum Beispiel Metarhizium anisopliae) * FadenwĂŒrmer (Nematoden), von denen sie befallen werden können. Ein solcher Befall ist fĂŒr die Zecke tödlich. * Vogelarten, die gerne Zecken fressen. * kleine, parasitische Wespen wie beispielsweise die Erzwespe Ixodiphagus hookeri. Diese Wespen legen ihre Eier in die Zecken und aus diesen schlĂŒpfen dann die Wespenlarven, welche die Zecken von innen her auffressen und damit töten. * Im sĂŒdlichen Afrika wurde auch beobachtet, dass Sumpfschildkröten Nashörner von diesen Parasiten befreien. Unter Fachleuten wird diskutiert, bestimmte natĂŒrliche Feinde der Zecken, wie zum Beispiel die Wespen, im Freiland auszubringen und damit die Zeckenpopulation zu reduzieren. Systematik Zecken werden in drei Familien eingeteilt und es gibt insgesamt weltweit mehr als 850 Arten. * Lederzecken (Argasidae) o Argas + Taubenzecke (Argas reflexus) o Ornithodorus (auch: Ornothodoros) o Nothoaspis o Otobius + Ohrenzecke (Otobius megnini) * Schildzecken (Ixodidae) o Ixodes + Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) + Hirschzecke (Ixodes scapularis) + Igelzecke (Ixodes hexagonus) + Fuchszecke (Ixodes canisuga) + Ixodes persulcatus o Rhipicephalus + Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) o Buntzecken (Dermacentor) + Schafzecke (Dermacentor marginatus) + Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) + Amerikanische Hundezecke (Dermacentor variabilis) o Haemaphysalis + Reliktzecke (Haemaphysalis concinna) o Hyalomma o Amblyomma + Amblyomma americanum, âLone Star Tickâ o Margaropus * Nuttalliellidae o Nuttalliella + Nuttalliella namaqua Bedford - einzige bekannte Art dieser Familie. Weitere Infos zum Thema Zecken gibt es beim Deutschen GrĂŒnen Kreuz oder beim Robert Koch Institut. weiterlesen
Filz ist ein textiles FlĂ€chengebilde aus einem ungeordneten, nur schwer zu trennendem Fasergut. Es handelt sich bei Filz also um eine nicht gewebte Textilie. Werden fertige Gewebe (z.B. Loden) verfilzt, spricht man von Walkstoffen. Aus Chemiefasern und theoretisch auch aus Pflanzenfasern entsteht Filz durch trockene Vernadelung (Nadelfilz) oder durch Verfestigung mit unter hohem Druck aus einem DĂŒsenbalken austretenden Wasserstrahlen.
Filz aus Wolle ist ein Walk- oder Pressfilz. Die gereinigte, gekÀmmte und bis zum Vlies aufbereitete und eventuell gefÀrbte Rohwolle oder Fasern werden durch eine meist mechanische Bearbeitung (Filzen und Walken) in einen festen Zusammenhalt gebracht. Die einzelnen Fasern sind dabei miteinander ungeordnet verschlungen. Tierische Haare haben eine schuppenförmige OberflÀche, deren mikroskopisch kleine PlÀttchen sich beim Filzen dauerhaft ineinander verhaken.
Geschichte
ArchĂ€ologische Funde, die den Filzgebrauch belegen, datieren in die Jungsteinzeit. Bei den Funden handelt es sich um Reste, die als gepresste Tierhaare identifizierbar waren. Dass gefilzte GegenstĂ€nde noch Ă€lteren Datums kaum auffindbar sein werden, liegt an der guten Kompostierbarkeit des Materials. Es gibt jedoch AusgrabungsstĂ€tten im asiatischen Raum, die gut erhaltenen Filz zu Tage förderten. Obwohl etwas jĂŒnger, lĂ€sst sich anhand dieser Funde das Wissen ĂŒber das Material ableiten. Wissenschaftliche SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass die Kenntnis ĂŒber die Herstellung von Filz mindestens auf ca. 8000 v. Chr. (mittlere Steinzeit âMesolithikumâ) anzusetzen ist.
Herstellungsmethoden
Nassfilzen (laut DIN 61210 unter dem Begriff Walkfilze zusammengefasst) des ungebundenen Vlieses mit warmem Wasser (Dampf) und Seife (alkalische Filzhilfe) ist die traditionelle, handwerkliche Verarbeitung der Wolle oder von Tierhaaren. In Kombination mit warmem Wasser und Seife stellen sich die Schuppen in der obersten Schuppenschicht der Haare (Cuticula) auf. Gleichzeitig durchgefĂŒhrtes Walken bewirkt ein gegenseitiges Durchdringen der einzelnen Fasern. Die aufgestellten Schuppen verkeilen sich so stark ineinander, dass sie nicht mehr zu lösen sind. Das WerkstĂŒck schrumpft dabei stark und es ergibt sich ein festes textiles FlĂ€chengebilde. Die endgĂŒltige Form kann dabei nahtlos aus einem StĂŒck herausgearbeitet werden. Da Walkfilze aus tierischen Fasern, zum Teil unter Beimischung von Zellwolle, besteht, handelt es sich dabei um ein Naturprodukt, das biologisch abbaubar ist.
Beim Trockenfilzen wird die trockene Wolle mit Hilfe spezieller Filznadeln in eine Form gebracht. Diese Methode ist der VorlĂ€ufer des Vernadelns mit einem Nadelbalken. Nadelfilz wird mechanisch mit zahlreichen Nadeln mit Widerhaken hergestellt. Hierbei sind die Widerhaken umgekehrt wie bei einer Harpune angeordnet, so dass die Fasern in den Filz gedrĂŒckt werden und die Nadel leicht wieder herausgeht. Durch wiederholtes Einstechen werden die Fasern miteinander verschlungen und eventuell anschlieĂend chemisch oder mit Wasserdampf nachbehandelt. Solche Nadelvliesstoffe lassen sich nicht nur aus Wolle, sondern aus praktisch allen anderen Fasern herstellen. Nadelfilz ist der heute ĂŒbliche industriell hergestellte Filz. AuĂerdem ist noch das Verhaken mit einem gepulsten Wasserstrahl oder mit einem Bindemittel möglich. Hier können auch Fasern ohne Schuppenstruktur eingesetzt werden (z. B.: Polyamid, Polyester).
Die kunsthandwerkliche Tradition des Filzens wird in jĂŒngerer Zeit von vielen Menschen und Kleinbetrieben wieder entdeckt. Dabei entsteht eine Gebrauchskunst, die vor allem robuste und wĂ€rmende KleidungsstĂŒcke (z. B. Schals, Jacken, Westen, HĂŒte, Hausschuhe und Pantoffel) umfasst, aber auch figĂŒrliche Arbeiten einschlieĂt.
Eigenschaften von Filz
* temperaturbestÀndig * nicht brennbar (materialabhÀngig) * schallhemmend * kÀltehemmend * wÀrmend * feuchtigkeitsabweisend
Anwendungsgebiete
* KleidungsstĂŒcke o Filzhut, Qeleshe o Pantoffel o Filzstiefel o Janker (österreichische Tracht, Ă€hnlich einem Sakko) * Technik o Dichtungen (z. B.: WĂ€lzlager, Filzringe und Filzstreifen laut DIN5419) o abreinigbare Filtermedien zur Gasfiltration (meist oberflĂ€chenbehandelte Nadelfilze) o Ăler o Abstreifer beim Stahl- und Aluminium-Kaltwalzen o Klaviere und Musikinstrumente o GerĂ€uschdĂ€mmung o Trockenfilze bei der Papierherstellung o Gleitschicht o Stuhlbeingleiter * Zeitgenössische Kunst, etwa Joseph Beuys und Robert Morris * Dreadlocks * Wohnaccessoires o Tischsets, TischlĂ€ufer, VorhĂ€nge, Sitzauflagen, Teppiche * NaturfaserverstĂ€rkte Kunststoffe (Nadelfilz aus Natur- und Polypropylenfasern fĂŒr Formpressverfahren)
Ăbertragene Bedeutung
* Unter Filz wird auch verstanden, wenn eine Gruppe von Personen durch (vor allem finanzielle) AbhĂ€ngigkeiten in einer undurchschaubaren und vielfĂ€ltigen Weise verknĂŒpft ist (KlĂŒngel, Seilschaft, siehe Korruption). Infolgedessen spricht man auch von einem verfilzten System. * Bestimmte einheitliche KleidungsstĂŒcke waren frĂŒher aus Filz(-stoffen) gefertigt. Daher Filz, als ein die Gesellschaft organisierendes PhĂ€nomen. weiterlesen
AscorbinsĂ€ure ist ein farb- und geruchloser, kristalliner, gut wasserlöslicher Feststoff mit saurem Geschmack. Sie ist eine organische SĂ€ure, genauer eine vinyloge CarbonsĂ€ure; ihre Salze nennt man Ascorbate. AscorbinsĂ€ure gibt es in vier verschiedenen stereoisomeren Formen, biologische AktivitĂ€t weist jedoch nur die L-(+)-AscorbinsĂ€ure auf. Ihre wichtigste Eigenschaft ist ihre physiologische Wirkung als Vitamin; ein Mangel kann sich bei Menschen durch Skorbut manifestieren. Ihr Name leitet sich entsprechend von âaâ (nicht) und dem lateinischem Namen âscorbutusâ fĂŒr Skorbut ab. Da AscorbinsĂ€ure leicht oxidierbar ist, wirkt sie als Redukton und wird als Antioxidans eingesetzt.
Die L-(+)-AscorbinsÀure und ihre Derivate mit gleicher Wirkung werden unter der Bezeichnung Vitamin C zusammengefasst.[5] Der Sammelbegriff Vitamin C umfasst daher auch Stoffe, die im Körper zu L-(+)-AscorbinsÀure umgesetzt werden können, wie z. B. die DehydroascorbinsÀure (DHA). Inhaltsverzeichnis
* 1 Geschichte * 2 Vorkommen * 3 Herstellung und technische Verwendung o 3.1 Synthese * 4 Biologisch-technisches Verfahren o 4.1 Technische Verwendung * 5 Chemische Eigenschaften o 5.1 Struktur o 5.2 Stereochemie o 5.3 AciditĂ€t o 5.4 SĂ€urerest o 5.5 Reduktionsmittel o 5.6 StabilitĂ€t o 5.7 Nachweis o 5.8 Gehaltsbestimmung o 5.9 DehydroascorbinsĂ€ure * 6 Physiologische Bedeutung o 6.1 Bedarf o 6.2 Mangelerscheinungen o 6.3 Ăberdosierung * 7 Stoffwechsel im Detail o 7.1 Aufnahme mit der Nahrung o 7.2 Biosynthese + 7.2.1 Biosynthese in Wirbeltieren + 7.2.2 Ausnahmen o 7.3 Funktion + 7.3.1 AscorbinsĂ€ure als RadikalfĂ€nger (Scavenger) + 7.3.2 AscorbinsĂ€ure als Cofaktor in Redoxreaktionen o 7.4 Recycling der Oxidationsprodukte o 7.5 Abbau * 8 Literatur * 9 Weblinks * 10 Einzelnachweise
Geschichte
Skorbut war bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. im Alten Ăgypten als Krankheit bekannt. Auch der griechische Arzt Hippokrates und der römische Autor Plinius berichten darĂŒber.
Bis ins 18. Jahrhundert war Skorbut die hĂ€ufigste Todesursache auf Seereisen. Im Jahre 1747 untersuchte der englische Schiffsarzt James Lind diese Krankheit. Er nahm zwölf Seeleute, die unter Skorbut litten, und teilte sie in sechs Gruppen zu je zwei Personen. Jeder Gruppe gab er zusĂ€tzlich zu den ĂŒblichen Nahrungsrationen einen weiteren speziellen Nahrungsmittelzusatz. Im Speziellen: Obstwein, SchwefelsĂ€ure, Essig, GewĂŒrze und KrĂ€uter, Seewasser, sowie Orangen und Zitronen. Er stellte fest, dass die Gruppe, welche die ZitrusfrĂŒchte erhielt, eine rasche Besserung zeigte. 1757 veröffentlichte Lind dieses Resultat. Doch erst 1795 lieĂ die britische Marine die Nahrungsrationen auf See mit Zitronensaft ergĂ€nzen. ZusĂ€tzlich wurden auch Sauerkraut und Malz zur SkorbutprĂ€vention eingesetzt.
Lange Zeit wurde behauptet, dass Skorbut die Folge einer speziellen (bakteriellen) Erkrankung, Vergiftung, mangelnder Hygiene oder Ăberarbeitung sei. Der EnglĂ€nder George Budd vermutete bereits 1842, dass in der Nahrung spezielle essentielle Faktoren enthalten sein mĂŒssen. Fehlen diese, wĂŒrden erkennbare Mangelerscheinungen auftreten. Im Jahr 1912 entdeckte der Biochemiker Casimir Funk nach Studien zu der Mangelerkrankung Beri-Beri, dass diese durch das Fehlen einer chemischen Substanz, Thiamin, verursacht wurde. Er prĂ€gte dafĂŒr das Kunstwort âVitaminâ, eine Zusammensetzung aus vita (Leben) und Amin. Den damals noch unbekannten Faktor, der heutzutage als Vitamin C bekannt ist, nannte er Antiskorbut-Vitamin.
1921 gab der Biochemiker Sylvester Zilva einer Mischung von aus Zitronensaft isolierten Substanzen, die in der Lage war, Skorbut zu heilen, die Bezeichnung Vitamin C.[6] Bereits 1927 gelang es dem ungarischen Wissenschaftler Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt, Vitamin C aus der Nebenniere, Orangensaft bzw. WeiĂkohl zu isolieren. Die so isolierte AscorbinsĂ€ure sandte er Zilva zu, der nach Analyse fĂ€lschlicherweise jene aber nicht als Vitamin C erkannte. Durch diesen Fehler verzögerte sich die Identifikation von AscorbinsĂ€ure als Vitamin C um mehrere Jahre. In den 1920er Jahren verfehlten auch andere, wie z. B. der Wissenschaftler Karl Paul Link oder Oberst Edward B. Vedder, den Nachweis dafĂŒr, dass AscorbinsĂ€ure Skorbut heilen kann und das postulierte Vitamin C ist.
Zwischen 1928 und 1934 gelang es dem ungarischen Wissenschaftler Szent-Györgyi sowie Joseph L. Svirbely und unabhĂ€ngig davon Charles Glen King mit seinen Mitarbeitern, durch Kristallisationsversuche die fĂŒr die Heilung von Skorbut verantwortliche Substanz zu isolieren. 1931 isolierten King und Svirbely kristallines Vitamin C aus Zitronensaft und erkannten, dass diese Skorbut heilen kann und physikalischen und chemischen Eigenschaften der damals noch kaum charakterisierten sogenannten HexuronsĂ€ure[7], der heutigen AscorbinsĂ€ure, teilte. Szent-Györgyi wollte diese SĂ€ure zunĂ€chst âIgnoseâ nennen (von ignosco), da sie trotz vieler WissenslĂŒcken mit Hexosen verwandt war. Dieser Name wurde aber nicht akzeptiert. Da aber die Anzahl der Kohlenstoffatome (sechs C-Atome) bekannt war und die Substanz sich wie eine SĂ€ure verhĂ€lt, wurde der Name HexuronsĂ€ure von Szent-Györgyi eingefĂŒhrt. Svirbely wechselte bald als Mitarbeiter zu Szent-Györgyi, die bewiesen, dass die bisher isolierten Substanzen mit Skorbut heilenden Eigenschaften (Vitamin C) mit denen der HexuronsĂ€ure ĂŒbereinstimmten. Damit stellte Szent-Györgyi fest, dass diese das lang gesuchte Vitamin C ist.
Die Struktur dieser damals noch HexuronsĂ€ure genannten Verbindung wurde 1933 schlieĂlich durch die Arbeiten von Walter Norman Haworth und dessen damaligen Assistenten Edmund Hirst aufgeklĂ€rt. Szent-Györgyi und Haworth Ă€nderten den Namen der HexuronsĂ€ure schlieĂlich in L-AscorbinsĂ€ure, der bis heute akzeptiert wird. 1934 gelang Haworth und Tadeus Reichstein erstmalig die Synthese kĂŒnstlicher L-AscorbinsĂ€ure aus Glucose.[8] Haworth erhielt 1937 fĂŒr seine Forschungen am Vitamin C den Nobelpreis fĂŒr Chemie, Szent-Györgyi den fĂŒr Medizin. Seit 1967 wurde von Linus Pauling die Verwendung hoher Dosen von AscorbinsĂ€ure (er selbst nahm 18 g pro Tag ein) als Vorbeugung gegen ErkĂ€ltungen und Krebs propagiert, was jedoch umstritten ist (siehe unten). Sanddorn liefert Vitamin C in hoher Konzentration Vorkommen
In der Nahrung kommt Vitamin C vor allem in Obst und GemĂŒse vor, sein Gehalt sinkt jedoch beim Kochen, Trocknen oder Einweichen sowie bei der Lagerhaltung. ZitrusfrĂŒchte wie Orangen, Zitronen und Grapefruits enthalten â in reifem Zustand unmittelbar nach der Ernte â viel Vitamin C. GrĂŒnkohl hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt aller Kohlarten (105â120 mg/100 g verzehrbare Substanz). Rotkraut, WeiĂkraut und Sauerkraut sind ebenfalls Vitamin-C-Lieferanten. Sauerkraut war lange Zeit in der Seefahrt von Bedeutung, da ein haltbares, an Vitamin C reiches Nahrungsmittel benötigt wurde. Die höchsten natĂŒrlichen Vitamin-C-Konzentrationen hat man in Camu-Camu und in der Acerolakirsche gefunden. In Sauerkraut und KohlgemĂŒse ist AscorbinsĂ€ure in Form von Ascorbigen A und B (C-2-Scatyl-L-ascorbinsĂ€ure) gebunden.[9] Wird das GemĂŒse gekocht, zerfallen die MolekĂŒle in L-AscorbinsĂ€ure und 3-Hydroxyindol, so dass es in gekochtem Zustand mehr Vitamin C enthalten kann als im rohen Zustand. Durch zu langes Kochen wird das Vitamin jedoch zerstört und gelangt verstĂ€rkt in das Kochwasser. Viele GemĂŒsearten enthalten AscorbinsĂ€ure-Oxidase, die insbesondere durch Zerkleinern mit dem Vitamin in BerĂŒhrung kommt und dieses oxidiert. Das fĂŒhrt z. B. bei Rohkost, die nicht sofort verzehrt wird, zu erheblichen Vitamin-C-Verlusten.
Hier der Vitamin-C-Gehalt einiger FrĂŒchte bzw. GemĂŒse je 100 g, geordnet nach absteigendem Vitamin-C-Gehalt:
* Camu-Camu 2000 mg * Acerolakirsche 1300â1700 mg * Hagebutte 1250 mg * Sanddornbeere 200â800 mg * Guave 300 mg * Schwarze Johannisbeere 177 mg[9] * Petersilie 160 mg * GrĂŒnkohl 105â150 mg * Rosenkohl 90â150 mg * Paprika 100 mg * Brokkoli 115 mg[9]
* Vogelbeere (Ebereschenfrucht) 98 mg * Spinat 50â90 mg * Kiwi 80 mg * Erdbeere 50â80 mg * Zitrone 53 mg * Orange (Apfelsine) 50 mg[9] * Rotkohl 50 mg * WeiĂkohl 45 mg * Mango 39 mg * Heidelbeere 22 mg
* Ananas 20 mg * Sauerkraut 20 mg * Kartoffel 17 mg[9] * Avocado 13 mg * Kranbeere 13 mg * Kulturapfel 12 mg * Banane 10â12 mg * Pfirsich 10 mg * Zwiebel 7 mg * Kultur-Birne 5 mg
Auch in tierischen Nahrungsmitteln ist manchmal Vitamin C enthalten:
* Rinderleber 33 mg[9] * Milch 1 mg[9]
Die Angaben dienen nur der Orientierung, die tatsÀchlichen Werte hÀngen stark von der Sorte der Pflanze, der Bodenbeschaffenheit, dem Klima wÀhrend des Wachstums, der Lagerdauer nach Ernte, den Lagerbedingungen sowie der Zubereitung ab. Herstellung und technische Verwendung Synthese Datei:Ascorbinsaeure.jpg Kristalline AscorbinsÀure
AscorbinsÀure kann aus C5-Zuckern wie L-Xyloson, L-Lyxose, L-Xylose und L-Arabinose synthetisiert werden.
FĂŒr die groĂtechnische Synthese dagegen wird in chemischen Fabriken aus der Ausgangssubstanz D-Glucose ĂŒber Sorbitol kristalline AscorbinsĂ€ure, Natriumascorbat (E 301), Calciumascorbat (E 302) und Ascorbylmonophosphat hergestellt. Diese sogenannte Reichstein-Synthese (1934) ist bis heute die Grundlage dieser industriellen, chemisch-mikrobiologischen Produktion. Synthese nach Reichstein
Zur Unterscheidung von diesem synthetisch hergestellten Produkt wird ein mit Hilfe gentechnisch verĂ€nderter Mikroorganismen hergestelltes Vitamin C international mit GMO-Vitamin C (GMO, genetically manipulated organism: âgenetisch verĂ€nderter Organismusâ) bezeichnet. GMO-AscorbinsĂ€ure ist preiswerter; nach diesem Verfahren wird weltweit der gröĂere Teil hergestellt. Biologisch-technisches Verfahren
Auch im sogenannten Sonoyama-Verfahren wird AscorbinsÀure aus D-Glucose hergestellt.[10] Dabei wird dieses zunÀchst durch Erwinia herbicola zu 2,5-Dioxo-D-GluconsÀure oxidiert. Ein zweiter Stamm, Aureobacterium sp., reduziert das Produkt zu 2-Oxo-L-GulonsÀure, welches dann wie bei der Reichstein-Synthese zu L-AscorbinsÀure umgesetzt wird. Es wird versucht, E. herbicola-StÀmme gentechnisch so zu verÀndern, dass diese aus Glucose in einem einstufigen mikrobiellen Verfahren 2-Oxo-L-GulonsÀure herstellen.[11]
Die Jahresproduktion fĂŒr AscorbinsĂ€ure liegt weltweit bei etwa 80.000 Tonnen (2006).[12] Diese Menge hat sich seit 1999 mehr als verdoppelt (1999: 35.000â40.000 t[13], 2004: >50.000 t[14]). MarktfĂŒhrer war lange Zeit die Schweizer Hoffmann-La Roche (30 % Weltumsatz), gefolgt vom BASF-NPEG Kartell (auch etwa 30 %) und der Firma Merck. 2002 hat Hoffmann-La Roche seine Vitaminsparte fĂŒr 3,4 Milliarden Schweizer Franken (etwa 2,1 Milliarden Euro) an die hollĂ€ndische Koninklijke DSM verkauft. AscorbinsĂ€ure wird zurzeit hauptsĂ€chlich in China produziert. Technische Verwendung
AscorbinsĂ€ure findet hauptsĂ€chlich als Antioxidans Verwendung. Sie wird vielen Lebensmittelprodukten als Konservierungsmittel beziehungsweise Umrötungshilfsmittel unter der Nummer E 300 zugesetzt. Weitere E-Nummern von AscorbinsĂ€urederivaten sind E 301 (Natriumascorbat), E 302 (Calciumascorbat), E 304a (Ascorbylpalmitat) und E 304b (Ascorbylstearat). Der AscorbinsĂ€urezusatz zu Mehlen soll das Gashaltevermögen und das Volumen der Teige vergröĂern. Dies lĂ€sst sich durch die Ausbildung zusĂ€tzlicher DisulfidbrĂŒcken zwischen den Kleber-StrĂ€ngen des Teiges erklĂ€ren. Auch im Pharma-Bereich dient AscorbinsĂ€ure als Antioxidans zur Stabilisierung von Pharmaprodukten.
Wegen seiner reduzierenden Eigenschaft wird AscorbinsÀure auch vereinzelt als Entwicklungssubstanz in photographischen Entwicklern eingesetzt.
Zum Auflösen von Heroinbase vor der Injektion wird oft AscorbinsÀure mit dem Heroin aufgekocht. Chemische Eigenschaften Struktur Endiol-Oxidation Ascorbic acid H-bonding.svg
AscorbinsÀure enthÀlt mehrere Strukturelemente, die zu ihrem chemischen Verhalten beitragen: eine Lactonstruktur, zwei enolische Hydroxygruppen sowie eine sekundÀre und eine primÀre Alkoholgruppe. Der Lactonring ist nahezu planar.[15] Die Endiol-Struktur bedingt die reduzierenden (antioxidativen) Eigenschaften der AscorbinsÀure, da Endiole leicht zu Diketonen oxidiert werden können. Das Bild links zeigt dies exemplarisch.
Endiole mit benachbarter Carbonylgruppe nennt man daher auch Reduktone.
AscorbinsĂ€ure bildet zwei intramolekulare WasserstoffbrĂŒckenbindungen, die maĂgeblich zur StabilitĂ€t und damit zu den chemischen Eigenschaften der Endiol-Struktur beitragen (vgl. auch rechte Abbildung). Stereochemie Isomere Formen: L-AscorbinsĂ€ure (R,S) (1a) D-AscorbinsĂ€ure (S,R) (1b) L-IsoascorbinsĂ€ure (R,R) (2a) PubChem 6981 D-IsoascorbinsĂ€ure (S,S) (2b)
AscorbinsÀure hat zwei asymmetrische Kohlenstoffatome (C4 und C5) und existiert damit in vier verschiedenen stereoisomeren Formen, die optische AktivitÀt aufweisen:
Die MolekĂŒle L- und D-AscorbinsĂ€ure verhalten sich wie Bild und Spiegelbild zueinander, sie sind Enantiomere, ebenso die L- und die D-IsoascorbinsĂ€ure.
L-AscorbinsĂ€ure und D-IsoascorbinsĂ€ure sowie D-AscorbinsĂ€ure und L-IsoascorbinsĂ€ure sind Epimere, sie unterscheiden sich jeweils in der Konfiguration nur eines C-Atoms. Trotz dieser geringen Unterschiede sind die Stereoisomere der L-AscorbinsĂ€ure im Körper fast alle inaktiv, da die am Stoffwechsel beteiligten Enzyme spezifisch L-AscorbinsĂ€ure erkennen. Lediglich die D-IsoascorbinsĂ€ure (E 315) weist eine geringe Wirkung auf. AciditĂ€t [Bearbeiten] Gleichgewichtsreaktionen von AscorbinsĂ€ure (AscH2). Diese kann sukzessiv Elektronen und Protonen abgeben und schlieĂlich zur oxidierten Form (Asc), der DehydroascorbinsĂ€ure (DHA), gelangen. Diese liegt in wĂ€ssrigen Lösungen als Monohydrat vor.
Obwohl AscorbinsĂ€ure keine der âklassischenâ, sauren funktionellen Gruppen (CarbonsĂ€ure, SulfonsĂ€ure, PhosphonsĂ€ure, etc.) aufweist, ist sie betrĂ€chtlich sauer. Mit einem pKs-Wert von 4,25[15] ist sie sogar stĂ€rker sauer als EssigsĂ€ure mit pKs = 4,8. Sie liegt damit unter physiologischen Bedingungen als Ascorbat-Anion AscHâ vor (vgl. Abbildung).
Dies ist zum einen auf die Endiol-Struktur zurĂŒckzufĂŒhren. Enole sind bereits deutlich saurer als Alkohole. ZusĂ€tzlich wird die AziditĂ€t bei AscorbinsĂ€ure durch die zweite enolische OH-Gruppe und durch die benachbarte Carbonylgruppe noch verstĂ€rkt. Zum Anderen wird das nach Abspaltung des Protons entstehende Enolat-Anion mittels Keto-Enol-Tautomerie stabilisiert. Die dann bestehende negative Ladung am Sauerstoff wird dabei sowohl ĂŒber die Doppelbindung zwischen den beiden Kohlenstoffatomen als auch ĂŒber die Carbonylfunktion delokalisiert, also verteilt und somit stabilisiert.
Strukturell könnte man diese Gruppierung auch als vinyloge CarbonsĂ€ure auffassen, d. h. als eine CarbonsĂ€ure-Funktion mit âeingeschobenerâ C-C-Doppelbindung zwischen Carbonylgruppe und OH-Gruppe. Strukturelemente ascorbic acid.png
Die andere enolische OH-Gruppe (in den Strukturformeln rechts unten) hat nur schwach saure Eigenschaften (pKs = 11,79[15]), da hier das Anion weniger mesomere Grenzstrukturen zur Stabilisierung ausbilden kann. Nach Abgabe beider Protonen entsteht aus AscorbinsĂ€ure ein Dianion (Asc2â) (vgl. auch Abbildung).
Die intermediĂ€re Form, die durch Abgabe eines Elektrons und eines Protons entsteht (AscH.), ist eine sehr starke SĂ€ure (pKs = â0,45).[15] Sie hat aber wegen ihrer Kurzlebigkeit im Metabolismus keine Bedeutung. SĂ€urerest [Bearbeiten]
Das SĂ€urerest-Ion der AscorbinsĂ€ure nennt sich Ascorbat.[16] Es entsteht durch Ăbertragung eines Wasserstoffions (H+, Proton) auf ein protonierbares Lösungsmittel, etwa Wasser. Deswegen lautet seine Summenformel C6H7O6â. Die Reaktion ist eine Gleichgewichtsreaktion:
\mathrm{C_6H_8O_6 \ + \ H_2O \ \rightleftharpoons \ C_6H_7O_6^- + H_3O^+}. AscorbinsÀure reagiert mit Wasser zu Ascorbat und einem Oxonium-Ion.
Reduktionsmittel
AscorbinsĂ€ure ist in wĂ€ssrigen Lösungen ein starkes Reduktionsmittel. Hierbei kann es ĂŒber Zwischenstufen zu DehydroascorbinsĂ€ure (DHA) oxidiert werden (vgl. obere Abbildung). Dieser Prozess ist auch reversibel, so können beispielsweise Cystein, Natriumdithionat bzw. andere Thiole DHA zurĂŒck zu AscorbinsĂ€ure reduzieren.
In der Reduktions-/Oxidationswirkung liegt die wichtigste Eigenschaft von Vitamin C in biologischen Systemen. StabilitÀt
In kristalliner Form ist AscorbinsĂ€ure relativ stabil gegenĂŒber Oxidation durch Luftsauerstoff. In wĂ€ssriger Lösung geschieht die Zersetzung wesentlich rascher, wobei eine Temperaturerhöhung, Erhöhung des pH-Wertes sowie die Anwesenheit von Schwermetallionen diese beschleunigen. SĂ€uren wie CitronensĂ€ure, OxalsĂ€ure oder MetaphosphorsĂ€ure sowie Komplexbildner wie 8-Hydroxychinolin wirken stabilisierend.[17] Bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln durch Kochen werden durchschnittlich 30 % der enthaltenen AscorbinsĂ€ure zersetzt.[18] Je nach Art und Dauer von Lagerung oder Zubereitung sind auch Verluste bis zu 100 % möglich.[19] Nachweis
Um AscorbinsĂ€ure quantitativ nachzuweisen, gibt es zahlreiche colorimetrische Methoden. Normalerweise verwendet man 2,4-Dinitrophenylhydrazin. AscorbinsĂ€ure reagiert mit diesem zu einem Hydrazon, dessen Absorption man messen kann. DarĂŒber hinaus kann 2,2âČ-Bipyridin zum colorimetrischen Nachweis dienen. Hierbei macht man sich die Reduktionskraft der AscorbinsĂ€ure zunutze, die Fe(III) zu Fe(II) reduziert. Fe(II) bildet dann mit 2,2âČ-Bipyridin einen farbigen Komplex. Es sind auch einige fluorometrische Nachweismethoden bekannt. AscorbinsĂ€ure lĂ€sst sich auch durch Titration mit Tillmans' Reagenz (2,6-Dichlorphenolindophenol, abgekĂŒrzt DCPIP) nachweisen, bei der das Reagenz durch die AscorbinsĂ€ure zu einer Leukoverbindung reduziert wird. Dabei ist ein Farbumschlag von tiefblau zu farblos zu beobachten. Diese Methode eignet sich fĂŒr eine schnelle Bestimmung, die aber an die Genauigkeit oben genannter Wege nicht heranreicht.[15] Gehaltsbestimmung Die Gehaltsbestimmung wird im EuropĂ€ischem Arzneibuch durch redoximetrische Titration mit 0,05-molarer Iodlösung unter Zusatz von StĂ€rke durchgefĂŒhrt (Iodometrie). Dabei verbraucht ein Mol AscorbinsĂ€ure ein Mol Iod, welches zu farblosem Iodid umgesetzt wird. Eine beginnende dauerhafte BlaufĂ€rbung durch Bildung des Iod-StĂ€rke-Komplexes dient der Endpunktbestimmung. Der maĂanalytische Faktor betrĂ€gt 8,8065 mg AscorbinsĂ€ure / ml 0,05 M Iodlösung. DehydroascorbinsĂ€ure
L-DehydroascorbinsĂ€ure (englisch dehydro ascorbic acid, DHA) entsteht durch Oxidation von AscorbinsĂ€ure. Im menschlichen Metabolismus kann sie zu L-AscorbinsĂ€ure reduziert werden und damit Vitamin C regenerieren. DehydroascorbinsĂ€ure liegt in wĂ€ssrigen Lösungen nahezu vollstĂ€ndig als Monohydrat (mono-DHA·H2O) vor. Dabei bildet es einen Bizyklus, was man durch Kernspinresonanzspektroskopie nachgewiesen hat. Möglicherweise kann es noch ein zweites MolekĂŒl Wasser aufnehmen, um dann ein Dihydrat auszubilden.[20] Auch Semi-DehydroascorbinsĂ€ure sowie oxidierte Formen veresterter AscorbinsĂ€uren werden zur Gruppe der DehydroascorbinsĂ€ure gezĂ€hlt.
Generell wird Vitamin-C in Form von DHA durch Glucosetransporter, hauptsĂ€chlich GLUT-1, in die Mitochondrien der Zellen transportiert, da nur sehr wenige Zellen ĂŒber spezifische Vitamin C-Transporter verfĂŒgen.[21] Hierbei sind die meisten dieser Transporter Natriumionen-abhĂ€ngig. Insbesondere das Gehirn ist auf eine Versorgung von AscorbinsĂ€ure angewiesen, das Vitamin kann jedoch nicht die Blut-Hirnschranke passieren.[22] Dieses Problem wird dadurch umgangen, dass DehydroascorbinsĂ€ure auch durch Glucosetransporter, z. B. GLUT1, durch die Schranke transportiert und in den Gehirnzellen zu AscorbinsĂ€ure reduziert wird.
Es wird davon ausgegangen, dass AscorbinsÀure in Form von DHA intrazellulÀr transportiert wird. Hierbei soll extrazellulÀre AscorbinsÀure zu DHA oxidiert, in die Zelle aufgenommen und dann wieder reduziert werden, da AscorbinsÀure selbst die Zelle nicht verlassen kann.[15]
DHA ist instabiler als L-AscorbinsĂ€ure. Je nach Reaktionsbedingungen (pH-Wert, An- bzw. Abwesenheit von Oxdiationsmitteln wie Glutathion) kann es entweder wieder zurĂŒck in AscorbinsĂ€ure umgewandelt werden oder zu DiketogulonsĂ€ure (DKG) irreversibel hydrolysieren.[23][24] Physiologische Bedeutung MolekĂŒlmodell von Vitamin C als Briefmarkenmotiv
Vitamin C ist ein RadikalfÀnger und hat eine antioxidative Wirkung (es wirkt also als Reduktionsmittel).
Weiterhin stellt Vitamin C ein wichtiges Coenzym fĂŒr die Prolyl-Hydroxylase dar. Dieses Enzym wird bei der Biosynthese des Proteins (EiweiĂes) Kollagen benötigt. Es wandelt integrierte Prolinreste in 4-Hydroxyprolyl-Seitenketten unter Verbrauch von molekularem Sauerstoff um. Hydroxyprolin ist fĂŒr den stabilen Kollagenaufbau unerlĂ€sslich.
Ebenfalls innerhalb der Biosynthese von Kollagen, aber auch weiterer Proteine, findet mithilfe von AscorbinsĂ€ure und des Enzyms Lysylhydroxylase die Hydroxylierung von L-Lysin zum Hydroxylysin statt. Im Kollagen erfĂŒllt dieses eine Funktion in der kovalenten Quervernetzung benachbarter MolekĂŒle. DarĂŒber hinaus kann Hydroxylysin im Kollagen und weiteren Proteinen glykosyliert werden, was zur Bildung von Glykoproteinen fĂŒhrt.
Mangel an Vitamin C fĂŒhrt zu einer verminderten AktivitĂ€t der Prolyl-Hydroxylierung und der Lysyl-Hydroxylierung und damit zur InstabilitĂ€t von Kollagen (Ehlers-Danlos-Syndrom). Da Kollagen in praktisch allen Organen und Geweben des menschlichen und tierischen Organismus vorkommt, vor allem aber im Bindegewebe, wird bei Mangel von Vitamin C Skorbut ausgelöst.
Auch bei der Hydroxylierung von Steroiden ist Vitamin C ein wichtiger Cofaktor. DarĂŒber hinaus spielt es eine wichtige Rolle beim Aufbau von AminosĂ€uren wie beispielsweise dem L-Tyrosin. Auch bei der Umwandlung von Dopamin zu Noradrenalin, im Cholesterin-Stoffwechsel und bei der Carnitinbiosynthese wird AscorbinsĂ€ure benötigt.
Durch seine antioxidative Wirkung schĂŒtzt es andere wichtige Metaboliten und das Erbgut vor der Oxidation bzw. dem Angriff durch freie Radikale.
Mit Niacin und Vitamin B6 steuert Vitamin C die Produktion von L-Carnitin, das fĂŒr die Fettverbrennung in der Muskulatur benötigt wird. Weiterhin begĂŒnstigt es die Eisenresorption im DĂŒnndarm. Bedarf Die Orange ist ein klassischer Lieferant von Vitamin C.
In weiten Teilen der Welt ist die Versorgung mit Vitamin C relativ gut, der Tagesbedarf eines Erwachsenen betrĂ€gt laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung 100 mg.[1] Die Meinungen hierĂŒber gehen jedoch weit auseinander; die Empfehlungen anderer Gruppierungen liegen zwischen einem Bruchteil (z. B. der HĂ€lfte) und einem Vielfachen (z. B. âso viel wie möglichâ) dieses Wertes. Fest steht, dass Mengen bis zu 5000 mg kurzzeitig als unbedenklich gelten. ĂberschĂŒssige Mengen werden vom Körper ĂŒber den Urin ausgeschieden, da Vitamin C gut wasserlöslich ist (siehe auch Hypervitaminosen).
Bei einer ausgewogenen Mischkost kann in Deutschland davon ausgegangen werden, dass dem Körper alle lebensnotwendigen Vitamine, und daher auch Vitamin C, in ausreichendem MaĂe zugefĂŒhrt werden. Die Versorgung mit Vitamin C ist in Deutschland knapp ĂŒber der DGE-Empfehlung von 100 mg pro Tag. Daher sind VitaminprĂ€parate fĂŒr einen gesunden Menschen, der sich abwechslungsreich und vollwertig ernĂ€hrt, ĂŒberflĂŒssig. Raucher brauchen auf Grund der erhöhten Belastung mit freien Radikalen etwa 40 % mehr Vitamin C â laut DGE 150 mg/Tag. Die Empfehlung fĂŒr Schwangere und Stillende liegt bei 110 bzw. 150 mg tĂ€glich. Ursache fĂŒr eine unzureichende Zufuhr ist meistens eine einseitige ErnĂ€hrung. Dies betrifft vor allem Ă€ltere Menschen, die nicht tĂ€glich frisches Obst und GemĂŒse verzehren.
Untersuchungen mit 14C-markiertem Vitamin C zeigen, dass der tĂ€gliche Ascorbatumsatz unabhĂ€ngig von der Vitamin-C-Zufuhr nur etwa 20 mg betrĂ€gt. Somit genĂŒgen bereits knapp 20 mg tĂ€glich, um Skorbut zu vermeiden.
FĂŒr Vergleichszwecke interessant ist, dass fĂŒr Meerschweinchen eine Tagesdosis von 10â30 mg empfohlen wird (bei einem Gewicht von ca. 0,8â1,5 kg), wobei es diese wie Menschen nicht selbst ĂŒber die Leber produzieren können. Mangelerscheinungen
Szent-Györgyi identifizierte 1933 das Vitamin C als wirksame Substanz gegen Skorbut.
Nur wenige Wirbeltiere, darunter Primaten (wie der Mensch), Meerschweinchen, einige Vögel und Schlangen, sind nicht zur Biosynthese von AscorbinsĂ€ure aus GlucuronsĂ€ure befĂ€higt, da ihnen die L-Gluconolacton-Oxidase fehlt. FĂŒr diese Lebewesen ist AscorbinsĂ€ure somit essenziell. Darum muss der Bedarf ĂŒber die Nahrung (bzw. mit Nahrungsmitteln) gedeckt werden. Mangelerscheinungen (Hypovitaminose) fĂŒhren langfristig zu Skorbut sowie zur SchwĂ€chung des Bindegewebes, da AscorbinsĂ€ure zur Collagen-Synthese benötigt wird (siehe oben). Bei Schlangen kommt es dabei bereits durch normale BerĂŒhrung zu Hautrissen. Ăberdosierung [Bearbeiten]
FĂŒr Vitamin C ist die Hypervitaminose, wie sie beispielsweise bei Vitamin A vorkommen kann, sehr selten, da der Körper einen Ăberschuss an AscorbinsĂ€ure wieder ĂŒber die Nieren ausscheidet.
In einer vom National Institutes of Health (NIH) durchgefĂŒhrtem Studie wurden sieben Freiwillige zunĂ€chst mit einer ascorbinsĂ€urearmen DiĂ€t ernĂ€hrt und so ihre körpereigenen VorrĂ€te an Vitamin C aufgebraucht. Als diese danach wieder mit Vitamin C versorgt wurden, begann die renale (ĂŒber die Niere) Ausscheidung an unverĂ€ndertem Vitamin C ab etwa 100 mg/Tag. Die Zufuhr ĂŒber 400 mg/Tag wurde â soweit ĂŒberhaupt im Darm aufgenommen (die Resorption von Megadosen senkt die Resorptionsquote deutlich) â praktisch vollstĂ€ndig renal ausgeschieden. Ab etwa 1 g pro Tag steigen die Oxalat- und sekundĂ€r auch die HarnsĂ€ure-Konzentrationen im Blutplasma.[25] Da ein Teil der AscorbinsĂ€ure im Stoffwechsel zu OxalsĂ€ure umgesetzt wird, besteht bei entsprechend disponierten Menschen prinzipiell ein erhöhtes Risiko fĂŒr Calciumoxalat-Nierensteine (CaC2O4). Schon bei normaler Zufuhr stammen etwa 30 bis 50 % des Plasmaoxalats aus dem Vitamin-C-Abbau. Allerdings steigt der Oxalatspiegel im Urin selbst erst an, wenn eine Tagesdosis von etwa 6 g ĂŒberschritten wird.[2]
Hohe orale Einzeldosen können einen vorwiegend osmotisch bedingten Durchfall auslösen. Die jeweilige Dosis variiert von Person zu Person, wird aber von Robert Cathcart mit ca. 5â15 g (1â3 gehĂ€ufte Teelöffel) fĂŒr eine gesunde Person angegeben.[3] Zu erwĂ€hnen ist allerdings auch, dass diese Toleranzgrenzen bei Individuen, die an schweren Erkrankungen leiden, bis auf ĂŒber 200 g ansteigen kann.
Bei Menschen mit Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel, Favismus), einer insbesondere in Afrika sehr weit verbreiteten, erblichen Krankheit, können intravenöse Vitamin-C-Dosen, ca. 30â100 g pro Infusion, zur HĂ€molyse fĂŒhren.[26] Allerdings ist dieses Problem noch nicht aufgetreten.
HĂ€ufig wird Vitamin C, besonders wenn auf nĂŒchternen Magen konsumiert, mit Indigestion durch ĂbersĂ€uerung des Magens in Verbindung gebracht. Dies kann unter anderem vermieden werden, indem Vitamin C nicht als AscorbinsĂ€ure, sondern als Ascorbat (Salz der AscorbinsĂ€ure, z. B. Natrium-Ascorbat) aufgenommen wird. Dies kann zum Beispiel durch die Zugabe von Backpulver (NaHCO3) erreicht werden. Studien haben allerdings gezeigt, dass die Resorption von Vitamin C erhöht wird, wenn es zu FruchtsĂ€ften wie z. B. Orangensaft gemischt wird.
Bei der Ratte liegt der LD50-Wert (die Dosis, bei der die HĂ€lfte der Versuchstiere sterben) fĂŒr Vitamin C bei 11,9 g pro Kilogramm Körpergewicht, bei der Maus bei 3,37 g (jeweils oral).[27] Das entspricht bei einem 70 kg schweren Menschen einer Dosis von 833 g.
Therapeutisch und prophylaktisch eingesetzt wird die Ăberdosierung von Vitamin C z. B. bei Harnwegsinfektionen. Durch die renale Ausscheidung der AscorbinsĂ€ure wird der Urin sauer. In diesem sauren Milieu können die Erreger deutlich schlechter gedeihen.[28] Stoffwechsel im Detail
AscorbinsÀure kann sowohl mit der Nahrung aufgenommen als auch vom Stoffwechsel der meisten Lebewesen selbst synthetisiert werden. Ausnahmen bei der Synthese sind alle Primaten, Meerschweinchen und auch Flughunde. Aufnahme mit der Nahrung
Der Transportweg von Vitamin C erfolgt ĂŒber Enterozytzellen des Darmes. Wie es von dort in den Blutstrom gelangt, ist noch nicht vollstĂ€ndig verstanden.[29] Jedoch ist der Transport von Ascorbat bzw. Dehydroascorbat (DHA) vom Blut in alle anderen Zellen besser verstanden.
Die Aufnahme von Dehydroascobat (DHA, vergleiche Abschnitt oben) in das Zellinnere (Zytosol) menschlicher Zellen findet mithilfe dreier Glucosetransporter statt, und zwar GLUT-1, GLUT-3 und GLUT-4. DHA konkurriert dabei mit Glucose, so dass ein ĂbermaĂ an Glucose effektiv die Aufnahme von DHA verhindern kann. Was Ascorbat anbetrifft, wird es zusammen mit je zwei Natriumionen mittels der Transportproteine SVCT1 und SVCT2 ins Zellinnere geschleust.[30][31][32] Biosynthese
AscorbinsÀure wird von Bakterien, Pflanzen und Wirbeltieren mithilfe jeweils verschiedener Enzyme produziert. Ausgangssubstanzen sind hauptsÀchlich D-Glucose bzw. D-Galaktose.
Bei Pflanzen können neben D-Glucose und D-Galaktose auch D-Glucuronlacton, D-Galakturonat bzw. dessen Methylester die Biosynthese einleiten. Biosynthese in Wirbeltieren
Die letzten Schritte der Biosynthese von AscorbinsĂ€ure (3a) aus GulonsĂ€ure (1): Nach hydrolytischer Abspaltung des UDP bildet sich die D-GlucuronsĂ€ure, die durch regioselektive Reduktion durch die GlucuronsĂ€ure-Reduktase und NADPH+H+ in L-GulonsĂ€ure (1) (EC 1.1.1.19) ĂŒberfĂŒhrt wird. Die Lactonisierung (Ringbildung) zum L-Gulofuranolacton (L-Gulano-1,4-lacton) (2) katalysiert eine Glucono-Lactonase (A) (EC 3.1.1.17). Ihr folgt die selektive Oxidation mit Sauerstoff durch L-Gulono-Îł-lacton-Oxidase (B) (EC 1.1.3.8) zu 2-Keto-L-Gulonlacton (3a).[33] Diese tautomerisiert spontan zur AscorbinsĂ€ure (3b).
Bei Ratten wurde die Biosynthese am besten untersucht.[15] Die Bildung der AscorbinsÀure beginnt mit der Oxidation von UDP-D-Glucose zu UDP-D-GlucuronsÀure durch das Enzym UDP-Glucose-Dehydrogenase (EC 1.1.1.22). Oxidationsmittel ist dabei das NAD+. Ausnahmen
Primaten, Meerschweinchen sowie Flughunden fehlt das SĂ€ugetierenzym L-Gulono-Îł-lacton-Oxidase (B in obiger Abbildung) aufgrund eines genetischen Defekts, so dass sie deshalb AscorbinsĂ€ure nicht synthetisieren können.[34] Man geht davon aus, dass die genetische Mutation bei Primaten vor etwa 65 Millionen Jahren auftrat.[34] Da jene Primaten in einer Gegend angesiedelt waren, die ganzjĂ€hrig reich an Vitamin-C-haltigen FrĂŒchten war, hatte dieser an sich letale Defekt keine so negativen Auswirkungen, dass zu viele Exemplare der betroffenen Spezies vor Erreichen des fortpflanzungsfĂ€higen Alters daran gestorben wĂ€ren. Funktion
Die wichtigste Funktion der AscorbinsĂ€ure im menschlichen Organismus beruht auf ihrer Eigenschaft als Reduktionsmittel. Sie ist also in der Lage, Elektronen auf andere MolekĂŒle zu ĂŒbertragen.
Man kann zwei grundsÀtzliche Aufgaben unterscheiden: AscorbinsÀure als RadikalfÀnger (Scavenger)
AscorbinsĂ€ure dient im tierischen Organismus als RadikalfĂ€nger, da es in der Lage ist, ebensolche auf andere MolekĂŒle zu ĂŒbertragen. Die Grafik zeigt nicht den tatsĂ€chlichen Reaktionsmechanismus, sondern schematisch die FĂ€higkeit der AscorbinsĂ€ure, unter Reaktion zur DehydroascorbinsĂ€ure zwei Radikale freisetzen zu können (vgl. obere Abbildung).
Bei der Verstoffwechslung des Sauerstoffs in der Zelle kann es zur Bildung des Hyperoxideradikals O2âąâ kommen, wenn der molekulare Sauerstoff O2 bei der Endreaktion der Atmungskette statt vier nur ein Elektron erhalten hat. Das Hyperoxideradikal ist aufgrund dieses Elektronenmangels extrem reaktiv und in der Lage, molekulare Zellstrukturen zu schĂ€digen. Die Reaktion mit AscorbinsĂ€ure ĂŒberfĂŒhrt dieses in Wasserstoffperoxid:[35]
\mathrm{AscH_2 + H^+ + O_2 ^{ -.} \longrightarrow H_2O_2 + AscH^.}
Das Wasserstoffperoxid wird von dem Enzym Katalase abgebaut.[35] AscorbinsĂ€ure als Cofaktor in Redoxreaktionen Sowohl AscorbinsĂ€ure als auch dessen oxidierte Form (DHA) sind Cofaktoren fĂŒr viele biochemische Reaktionen. Hierbei stellt AscorbinsĂ€ure Elektronen fĂŒr Kupfer(I)-abhĂ€ngige Monooxygenasen bzw. Eisen(III)-abhĂ€ngige Dioxygenasen bereit. In vitro können auch andere Redoxfaktoren diese enzymatischen Reaktionen katalysieren.
Von Bedeutung ist diese Redoxeigenschaft der AscorbinsÀure beispielsweise bei der Synthese von Collagen im menschlichen Stoffwechsel. Zur Darstellung dieses Strukturproteins muss die AminosÀure L-Prolin zu ihrer oxidierten Form, Hydroxyprolin, umgewandelt werden. AscorbinsÀure dient dazu, das in dieser Reaktion genutzte Oxidationsmittel Fe(II) zu regenerieren. Besteht ein Mangel an Vitamin C, kann die Bildung des Hydroxyprolins bei der Collagensynthese nur begrenzt erfolgen, so dass die typischen Symptome des Skorbut wie Zahnfleischbluten, Zahnausfall und HautschÀden auftreten. Recycling der Oxidationsprodukte
Die nach Oxidation entstehenden Produkte SemidehydroascorbinsĂ€ure und DehydroascorbinsĂ€ure werden enzymatisch wieder zu AscorbinsĂ€ure reduziert. Die Enzyme Cytochrom b5-Reduktase und Thioredoxinreduktase katalysieren die Umwandlung von SemidehydroascorbinsĂ€ure zu AscorbinsĂ€ure im Cytosol, unter Verbrauch von NADH bzw. NADPH. AuĂerdem kann eine Reduktion ĂŒber elektronentransferierende Membranproteine stattfinden. DehydroascorbinsĂ€ure wird sowohl spontan mittels Glutathion oder NADPH reduziert als auch enzymatisch ĂŒber die Glutathiontransferase Omega.[36][37] Abbau
Der Abbau von DehydroascorbinsĂ€ure wird bei SĂ€ugetieren durch Hydrolyse zur physiologisch inaktiven 2,3-DiketogulonsĂ€ure eingeleitet. Diese wird entweder zu Oxalat und L-threonischer SĂ€ure gespalten oder zu Kohlenstoffdioxid, Xylose, Xylulose decarboxyliert.[15] Im Unterschied dazu haben Bakterien wie E. coli enzymatische Stoffwechselwege fĂŒr den Abbau von AscorbinsĂ€ure und wahrscheinlich auch fĂŒr DehydroascorbinsĂ€ure.[36]
Quelle: Wikipedia 20. Januar 2010 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de weiterlesen
Haribo ist ein deutscher SĂŒĂwarenhersteller mit Sitz im Bonner Stadtteil Kessenich. GegrĂŒndet hat ihn 1920 Hans Riegel. Die Unternehmensbezeichnung leitet sich aus den beiden ersten Buchstaben seines Vor- und Nachnamens sowie den ersten beiden Buchstaben des Standortes her (Hans Riegel Bonn).
Neben âHariboâ gehören auch die Marken Maoam, BĂ€renSchmidt und Dulcia zum Unternehmen. Inhaltsverzeichnis
* 1 Geschichte * 2 Gegenwart und Zukunft des Unternehmens o 2.1 Werksverkauf o 2.2 ProduktionsstÀtte Linz * 3 Marketing o 3.1 Werbeslogan o 3.2 Sonstige Werbung * 4 GoldbÀren * 5 Verschiedenes * 6 Literatur * 7 Film * 8 Weblinks * 9 Einzelnachweise
Geschichte
Am 13. Dezember 1920 wurde die Firma Haribo in das Bonner Handelsregister eingetragen. Startkapital war nach Firmenangaben ein Sack Zucker. Die erste FabrikationsstĂ€tte befand sich in einem 1920 erworbenen Haus in der BergstraĂe im Bonner Stadtteil Kessenich. Die AusrĂŒstung bestand aus einem Kupferkessel, einer Marmorplatte, einem Hocker, einem gemauerten Herd und einer Walze.[2] Zwei Jahre nach der FirmengrĂŒndung erfand Hans Riegel den VorlĂ€ufer der GoldbĂ€ren (damals âTanzbĂ€renâ). Heute stellt Haribo neben seinen bekannten BĂ€ren alle Arten von Fruchtgummis, Bonbons und Lakritzeerzeugnissen her.
1925 begann Haribo mit der Herstellung von Lakritzprodukten. Anfang der 1930er Jahre entstanden die Vertriebsorganisation in Deutschland und der Hauptbau der neuen Fabrikationsanlage. 1935 wurde in Kopenhagen zusammen mit den GeschĂ€ftspartnern Christian und Eckhof Hansen die Haribo Lakrids A/S Kopenhagen gegrĂŒndet.
WĂ€hrend des 2. Weltkrieges ging die Produktion nach Firmenangaben stark zurĂŒck, unter anderem wegen Rohstoffknappheit. Im Jahr 2000 stand Haribo im Verdacht, wĂ€hrend des Krieges Zwangsarbeiter beschĂ€ftigt zu haben. Der Hersteller bestritt dies jedoch und weigerte sich folglich auch, in den Zwangsarbeiter-Fonds einzuzahlen.
Nach dem frĂŒhen Tod Hans Riegels im MĂ€rz 1945 wurde die Firma zunĂ€chst von seiner Frau weitergefĂŒhrt. Nachdem die Söhne Hans und Paul 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurĂŒckgekehrt waren, ĂŒbernahmen sie die Leitung. Hans Riegel junior reprĂ€sentierte die Firma nach auĂen, wĂ€hrend Paul Riegel die Forschung und Produktentwicklung leitete und so gut wie nie in der Ăffentlichkeit auftrat. 1957 ĂŒbernahm Haribo die Godesberger Firma Kleutgen & Meier, wo Hans Riegel sen. seinen ersten Arbeitsplatz hatte. 1961 ĂŒbernahm Haribo die Bonera Industrie en Handelsmaatschappij N.V. in Breda und fĂŒhrte sie als HARIBO Nederland B.V. weiter.
1967 erwarb Haribo Anteile der französischen SĂŒĂwarenfabrik Lorette aus Marseille, welche in HARIBO-France S.A. umbenannt wurde. 1987 fusionierte diese mit dem sĂŒdfranzösischen Hersteller Ricqles Zan zur Haribo Ricqles-Zan mit ProduktionsstĂ€tten in Marseille, UzĂšs und Wattrelos. 1968 kaufte Haribo Anteile an der Solinger Firma Dr. Hillers AG, 1979 ĂŒbernahm man sie ganz. Ab 1980 entstand am Standort in drei Ausbauphasen eine neue ProduktionsstĂ€tte. 1971 kamen Mehrheitsanteile am frĂ€nkischen Hersteller BĂ€ren-Schmidt, 1972 die Beteiligung an der englischen Firma Dunhills hinzu (1994 Ăbernahme). AuĂerdem wurden in den 1970er Jahren Vertriebsorganisationen in Ăsterreich und Schweden aufgebaut.
1982 wurden die GoldbĂ€ren in den USA eingefĂŒhrt. Weitere ZukĂ€ufe und MarkteinfĂŒhrungen, u. a. in Frankreich, Norwegen, Spanien, Finnland und der TĂŒrkei, folgten. Gegenwart und Zukunft des Unternehmens
Heute produziert Haribo mit etwa 6000 Mitarbeitern in fĂŒnf Betrieben in Deutschland und 13 weiteren in Europa. Haribo-Produkte werden in mehr als 100 LĂ€ndern vertrieben (Stand: Juni 2003). Im Oktober 2003 gab Hans Riegel junior im WDR bekannt, dass sein Neffe Hans-JĂŒrgen Riegel (* 1956) sein Nachfolger werden solle. Zurzeit leitet Hans-JĂŒrgen Riegel noch den Betrieb in Frankreich. Der Mitinhaber von Haribo, Paul Riegel, starb ĂŒberraschend in der Nacht zum 3. August 2009. Nach einem Bruch des guten VerhĂ€ltnisses zu seinem Neffen entschied Hans Riegel, die Frage seiner Nachfolge offen zu lassen. Derzeit (Stand: Oktober 2008) ist unklar, wer die GeschĂ€fte nach einem Ausscheiden des mittlerweile ĂŒber 80-jĂ€hrigen Chefs ĂŒbernimmt und weiterfĂŒhrt.
Seit 2005 wird in der Ăffentlichkeit und in verschiedensten Medien darĂŒber spekuliert, dass das Unternehmen den Standort Bonn mit seinen 1350 Mitarbeitern verlegen will, da dort keine Expansion mehr möglich ist. Als neue Standorte waren lange Zeit zuerst die rheinland-pfĂ€lzische Gemeinde Grafschaft-Gelsdorf und dann die nordrhein-westfĂ€lische Stadt Rheinbach im GesprĂ€ch. Bislang (Stand: September 2009) wurde keine Entscheidung zu einem Umzug bekannt gegeben.
Im Jahr 2008 leitete das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen das Unternehmen wegen unerlaubter Preisabsprachen ein. Werksverkauf HARIBO-Shop in Bonn-Bad Godesberg
Die Produkte der Firma Haribo und (BĂ€ren)Schmidt werden auch im Werksverkauf an den Standorten Bonn-Bad Godesberg, Solingen, Mainbernheim und Wilkau-HaĂlau angeboten. ProduktionsstĂ€tte Linz
Verkauft werden die BĂ€rchen seit 1976 in Ăsterreich, und seit 1989 werden GoldbĂ€ren auch in Linz in Oberösterreich produziert. Im Jahr 1989 wurde mit der Ăbernahme des traditionsreichen Konditorei-GroĂbetriebsunternehmen GmbH die einzige ProduktionsstĂ€tte Haribos in Ăsterreich gestartet. 250 Personen sind im Werk Linz beschĂ€ftigt, das in Ăsterreich bei Fruchtgummi einen Marktanteil von 60 % hĂ€lt. Dort werden jĂ€hrlich 16.000 Tonnen SĂŒĂwaren hergestellt (75 Tonnen am Tag).
Die Stadt gilt als Drehscheibe fĂŒr den gesamten ost- und sĂŒdeuropĂ€ischen Markt. Es handelt sich um 100 verschiedene Produkte fĂŒr Ăsterreich, die Schweiz, das Baltikum und auch Lieferungen an andere Haribo-Gesellschaften. Von den weltweit tĂ€glich 100 Mio. in 105 LĂ€ndern produzierten BĂ€ren sind 5 Mio. aus Linz. Marketing HARIBO GoldbĂ€r in Aktion Werbeslogan
Seit 1935 wirbt das Unternehmen mit dem Werbespruch und -lied âHARIBO macht Kinder frohâ. 1962 wurde der Slogan um den Zusatz âund Erwachsene ebensoâ ergĂ€nzt. Nach einer Umfrage von Kabel 1 ist dies der bekannteste Werbeslogan in Deutschland. Der Texter erhielt als Entlohnung 20 Reichsmark.
Lied und Slogan wurden in etliche Sprachen ĂŒbertragen: Internationale Varianten des Haribo-Slogan LĂ€nder Slogan(s) Ăbersetzung Belgien Haribo maakt kinderen blij - volwassenen horen ook daarbij (in Flandern, Belgisches NiederlĂ€ndisch) Haribo macht Kinder froh - und Erwachsene ebenso Haribo, c'est beau la vie - pour les grands et les petits (in Wallonien, Französisch) Haribo, das Leben ist schön - fĂŒr Erwachsene und Kinder DĂ€nemark Haribo... den er go' (bis vor einigen Jahren: Luk op for noget godt, luk op for Haribo - den er go') Haribo... die sind gut (bis vor einigen Jahren: Machâs auf fĂŒr etwas Gutes, machâs auf fĂŒr Haribo - die sind gut) Deutschland, Ăsterreich Haribo macht Kinder froh - und Erwachsene ebenso â Finnland The happy world of Haribo Die glĂŒckliche Welt von Haribo Irland, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Schweden Kids and grown-ups love it so - the happy world of Haribo Kinder und Erwachsene lieben sie so - die glĂŒckliche Welt von Haribo Italien Haribo Ăš la bontĂ - che si gusta ad ogni etĂ Haribo ist die GĂŒte - du kannst es im jedem Alter genieĂen Niederlande The happy world of Haribo (bis vor einigen Jahren: Haribo maakt kinderen blij - volwassenen horen ook daarbij) Die glĂŒckliche Welt von Haribo (bis vor einigen Jahren: Haribo macht Kinder froh - und Erwachsene ebenso) Norwegen Haribo... den er go' Haribo... die sind gut Polen Haribo smak radoĆci Haribo Geschmack der Freude Portugal Haribo doces sabores - para os pequenos e os maiores Haribo sĂŒĂe GeschmĂ€cker - fĂŒr jung und alt Russland ĐĐ”ŃŃĐŒ, ĐČĐ·ŃĐŸŃĐ»ŃĐŒ ĐżĐŸĐČĐ”Đ·Đ»ĐŸ - ŃĐ°ĐŽĐŸŃŃŃ ĐŽĐ°ŃĐžŃ Ń
аŃĐžĐ±ĐŸ Kinder, Erwachsene sind glĂŒcklich - Haribo schenkt Fröhlichkeit Slowakei Haribo chutĂ malĂœm, rovnako i dospelĂœm Haribo schmeckt den Kleinen, sowie den Erwachsenen Spanien Haribo, dulces sabores - para pequeños y mayores oder Vive un sabor mĂĄgico - ven al mundo Haribo Haribo sĂŒĂe GeschmĂ€cker - fĂŒr jung und alt oder Erleben Sie einen magischen Geschmack - sehen Sie die Welt von Haribo Tschechische Republik Haribo chutnĂĄ malĂœm, stejnÄ tak i dospÄlĂœm Haribo schmeckt den Kleinen, sowie auch den Erwachsenen TĂŒrkei Ăocuk ya da bĂŒyĂŒk ol, Haribo'yla mutlu ol Ob du jung oder alt bist, sei glĂŒcklich mit Haribo Ungarn Gyermek felnĆtt kedve jĂł - Ă©des Ă©let Haribo Kinder und Erwachsene - lieben das sĂŒĂe Leben von Haribo
FĂŒr Einzelne Produkte warb das Unternehmen in der Vergangenheit auch mit anderen Slogans, wie z. B.:
* âHARIBO Konfekt â Das schmeckt!â
Sonstige Werbung HARIBO-Showtruck TUIfly Boeing 737-800 in Haribo Lackierung
Seit 1991 wirbt der deutsche Fernsehmoderator Thomas Gottschalk als Testimonial fĂŒr Haribo. Die auĂergewöhnliche Dauer dieser Werbepartnerschaft fĂŒhrte im Januar 2006 zu einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Haribo wirbt regelmĂ€Ăig mit einem Kenworth-Showtruck, um seine Produkte zu prĂ€sentieren. Seit 2009 wird auch mit einer Boeing 737-800 (GoldbAIR) geworben.
Anfang 2010 gerieten Haribo und die Deutsche Welle, deren Bonner Zentrale sich in FuĂwegentfernung zum Haribo-Standort befindet, in die Kritik, da Haribo ĂŒbermĂ€Ăig hĂ€ufig im Programm des öffentlich-rechtlichen Radiosenders auftauche. Auch ĂŒber Programminhalte hinaus gebe es VerknĂŒpfungen, in denen der Sender jedoch keinen VerstoĂ gegen Werberichtlinien sieht. Auch die SWR-Sportsendung âFlutlichtâ stand im September 2009 unter Schleichwerbe-Verdacht fĂŒr Haribo. GoldbĂ€ren
2005 produzierte Haribo tĂ€glich rund 100 Millionen GoldbĂ€ren in 18 europaweit verteilten Betrieben, um den Vertrieb in ĂŒber 100 LĂ€ndern gewĂ€hrleisten zu können.
FĂŒr den deutschen Markt werden sie inzwischen mit natĂŒrlichen Fruchtextrakten gefĂ€rbt, nachdem in der Vergangenheit auch kĂŒnstliche Farbstoffe zum Einsatz kamen. Da in der Natur keine Pflanzen existieren, aus denen ein akzeptabler blauer Farbstoff gewonnen werden kann, gibt es keine blauen GoldbĂ€ren. Mit der ungleichen Aufteilung pro Packung (siehe Ăbersicht) wird dem Umstand Rechnung getragen, dass nach einer Marktstudie die roten die beliebtesten GoldbĂ€ren sind, die weiĂen hingegen mit Abstand die unbeliebtesten.
Das Sortiment wurde im August 2007 teilweise verĂ€ndert (siehe Ăbersicht). Als Geschmacksrichtung kam Apfel neu hinzu. Apfel bekam die Farbe grĂŒn, und die Geschmacksrichtung Erdbeere, die bisher die Farbe grĂŒn hatte, wurde auf hellrot umgefĂ€rbt. Zudem wurde die GoldbĂ€rform gegenĂŒber frĂŒheren Generationen leicht verĂ€ndert: Alle GoldbĂ€ren erhielten fortan ein âlĂ€chelndesâ Gesicht. Abbildung der sechs Haribo-GoldbĂ€ren-Typen, die in Deutschland seit August 2007 erhĂ€ltlich sind. Farbe bis 2007 ab 2007 Packungsaufteilung dunkelrot Himbeere Himbeere ca. 1/3 hellrot --- Erdbeere ca. 13 % grĂŒn Erdbeere Apfel ca. 13 % gelb Zitrone Zitrone ca. 13 % orange Orange Orange ca. 13 % weiĂ Ananas Ananas ca. 13 %
AnlĂ€sslich der FuĂball-Europameisterschaft 2008 produzierte Haribo die Schwarz-Rot-GoldbĂ€ren, die Mischung, deren farbliche Zusammenstellung sich an der Flagge Deutschlands orientiert, enthĂ€lt GummibĂ€ren in den Geschmacksrichtungen schwarze Johannisbeere (schwarz), Himbeere (rot) und Zitrone (gelb). Erstmal wurden hier schwarze FruchtgummibĂ€ren von Haribo realisiert, neben schwarzer Johannisbeere enthalten diese auch Holunderextrakt. Verschiedenes
* Seit 1936 finden jeweils Anfang Oktober Umtauschaktionen mit Kastanien und Eicheln statt. Aufgesammelte FrĂŒchte können am Bonner Firmenlager im Umtauschkurs von 10 kg (Eicheln: 5 kg) gegen 1 kg Haribo-Ware getauscht werden. Die Kastanien und Eicheln dienen als Winterfutter fĂŒr die Tiere in den Riegelschen Jagdrevieren und weiteren Wildgehegen. Mittlerweile beteiligen sich Zehntausende aus Deutschland und Nachbarstaaten an dieser Aktion. * Auf dem Jakobsbergerhof bei Boppard schuf Riegel Anfang der 1990er Jahre einen Golfplatz mit Sicht ĂŒber den Rhein und Hubschrauberlandeplatz. Das Anwesen wurde von Riegel in den 1960er Jahren erworben und als (Tagungs-)Hotel betrieben. * 1953 lieĂ Hans Riegel die erste reine Badmintonhalle Deutschlands (Haribo-Center) errichten. * Wilhelm II. pries den GoldbĂ€ren als das GlanzstĂŒck der Weimarer Republik an. Ihm wird das Zitat zugeschrieben: âDie GummbĂ€rchen aus Bonn sind das Beste, was die Weimarer Republik hervorgebracht hat.â
Quelle: Wikipedia 20. Januar 2010 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de weiterlesen
Das 1920 gegrĂŒndete und zur Merz-Gruppe gehörende Unternehmen Senator ist heute einer der fĂŒhrenden SchreibgerĂ€tehersteller der Welt. Tochtergesellschaften gibt es in den USA, Frankreich, England, Polen, Indien und Benelux, auĂerdem eine ReprĂ€sentanz in Russland. Hergestellt werden die Produkte ĂŒberwiegend in Deutschland. Weltweit sind bei Senator 660 Mitarbeiter beschĂ€ftigt, in Deutschland 420. Der Umsatz des Merz-Konzerns betrug im GeschĂ€ftsjahr 2005/2006 etwa 475 Millionen Euro.
Die unter den Markennamen SENATOR und rou bill verkauften Produkte sind vor allem als Werbeartikel bekannt. Zwei Drittel der in Deutschland hergestellten Mehrwegkugelschreiber stammen angeblich von Senator. Europaweit ist Senator nach Firmenangaben bei Druckkugelschreibern die Nummer 1, weltweit die Nummer 3. TĂ€glich werden etwa 1 Million Kugelschreiber produziert.
Mit rou bill hat Senator die Marken eines frĂŒheren Konkurrenten auf dem Markt ĂŒbernommen. Das Produktportfolio umfasste zum Zeitpunkt der Ăbernahme neben SchreibgerĂ€ten auch Porzellan- und Keramikartikel, GlĂ€ser und Geschirr. Heute wird unter dem Markennamen rou bill ausschlieĂlich der Tassenbereich vertrieben, SchreibgerĂ€te unter dem Markennamen SENATOR.
Im Hauptsitz von Senator in GroĂ-Bieberau am Rande des Odenwaldes in der NĂ€he von Darmstadt werden KunststoffschreibgerĂ€te und SchreibgerĂ€teminen produziert. Tassen werden im Werk in Lemgo veredelt.
Daten zur Firmengeschichte
* 1920 GrĂŒndung des Unternehmens Merz & Krell * 1983 GrĂŒndung der Tochtergesellschaft Senator Pens UK * 1989 GrĂŒndung Tochtergesellschaft Senator USA * 1989 GrĂŒndung Tochtergesellschaft Senator France * 1999 GrĂŒndung Tochtergesellschaft Senator Polska * 2000 Eingliederung des Wettbewerbers rou bill * 2004 Erweiterung des FirmengelĂ€ndes in GroĂ-Bieberau * 2006 Umwandlung von Merz & Krell GmbH & Co KGaA in Senator GmbH & Co. KGaA
Quelle: Wikipedia 20. Januar 2010 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de weiterlesen
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